01. FESTUNG VON KALETO (INKLUSIVE ALLER TORE, FESTUNGSMAUER UND GRÄBENDER STADT WIDIN)

Die Widiner Festung "Kaleto" ist eine mittelalterliche Befestigungsanlage zum Schutz der Grenzstadt, ihrer Garnison und der Burgzitadelle des Herrschers. Entworfen wurde die Anlage von Gesar Mustafa, einem ungarischen bzw. österreichischen Ingenieur, welcher zum Islam konvertierte. Der Bau dieser Festung begann im Zeitraum der österreichisch-türkischen Kriege zwischen 1690 und 1720 unter der Leitung von französischen und polnischen Ingenieuren im Dienst der Türken. Komplett vollendet (samt Außenwall) wurde die Anlage im Jahr 1735. "Kaleto" verfügt über ein gesamtes Verteidigungsgebiet von rund 7 km2, einschließlich der Außenstadt (Warosch) und Innenstadt (ca. 1,5 km2) samt der Festung "Baba Wida", Verwaltungs- und Wohngebäude für Adelige und deren Garnison. Eine Festungsmauer mit Wassergraben umgibt und schützt die Innenstadt, ein im Jahr 1838 fertiggestellter Erdschacht mit integriertem Wassergraben umgibt die Außenstadt. Die drei Verteidigungsmauern von Kaleto wurden nach und nach aufgebaut und verstärkt. Der innere Festungskreis liegt am Donauufer, Baba Wida ist von einem mit Wasser gefüllten Graben umgeben. Der mittlere Kreis beträgt zwischen 500 und 1000 m im Innern, und bildet einen Halbkreis mit einem Radius von ca. 1800 m. Er besteht aus einer doppelten Steinmauer entlang des Flussufers und einer einzigen gewölbten Mauer auf der Befestigung rund um die Stadt. An beiden Mauern befinden sich Tore und Verteidigungs bastionen im Abstand zwischen 200 bis 250 m. Vor den Stadtmauern in Richtung Ufer liegt ein 18 m breiter und 5-6 m tiefer Außengraben, welcher mit Wasser aus dem Fluss gefüllt ist. Der äußere kreis (Reduta) beträgt im Durchschnitt ungefähr 1 km und stellt einen Erdschacht mit Befestigungsmöglichkeiten dar. Wie auch die Mauern der Festung, ist sie von außen mit einem Wassergraben umgeben. Heute ist Kaleto noch teilweise erhalten. Vom Ufer aus ist ein Teil des Grabens verschüttet und es sind nur vier der Tore der Festung erhalten: Florentin Kapia, Janitschar Kapia, Pazar Kapia und Stambol Kapia – das Haupttor welches in Richtung Istanbul zeigt. In Richtung Donau verweisen vier Tor nach außen: das teilweise erhalten Araluk Kapia, Top Kapia, Sarai Kapia, Telegraph Kapia und Sjurgun Kapia. Die gesamte Festungsanlage gilt als große ingenieurswissenschaftliche Errungenschaft für die damalige Zeit. Während des Russisch-Türkischen Krieges (1877-1878), des Serbisch-Bulgarischen Krieges (1885) und des Zweiten Balkankrieges (1912-1913) wurde die Festung von Kaleto belagert, allerdings erfolglos. Die Festung von Kaleto gilt heute als architektonisches Denkmal von nationaler Bedeutung.


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