13. JÜDISCHE SYNAGOGE

Die zweitgrößte Synagoge Bulgariens wurde im Jahr 1894 erbaut. In Widin gab es eine große jüdische Gemeinde, deren Vertreter die Initiative für den Bau und den größten Teil der Spenden für den Bau der Synagoge gaben. Ihnen schlossen sich jedoch viele weitere jüdische Familien aus ganz Bulgarien an. Als Vorbild für die Synagoge in Widin diente jene in Budapest. Sie wurde innerhalb nur 1 Jahres errichtet. Mit ihrer Dekoration übertraf sie jene der Sofioter Synagoge. Das Gebäude ist laut Bauplan komplett symmetrisch in der Art einer dreischiffigen Basilika mit einer Apsis, Narthex, Galerien und 4 Türmen. Die Hauptfassade ist beeindruckend mit einem erhabenen Vorbau und 2 seitlichen Türmen. Der zentrale Eingang besteht aus einem halbkreisförmigen Bogen auf 2 Säulen mit hohen Sockeln. In der Mitte der Arkade befindet sich ein rundes Fenster mit einem Eisengitter in Form eines Hexagramms. Die vier Türme verfügen über paarweis montierte Bogenfenster mit farbigem Glas und einem feinen Ziergitter. Die Maße im Inneren des Gebetraums betragen 21x10 m. Der Innenraum beeindruckt durch die Verwendung der Farben und altjüdischen architektonischen Formen. Beide Galerien sind von gekreuzten Gewölben überspannt. Hinter dem Eingangsraum führt eine Treppe zur Chorplattform. An den Wänden befinden sich Marmortafeln und 2 Reliefs mit bronzenen hebräischen Inschriften. Die 3 Schiffe sind durch eine schlanke Arkade auf gusseisernen Säulen abgetrennt, welche mit farbigen und bronzenen Ornamenten verziert sind. Der Boden besteht aus Mosaiken und Brettern. Auf einem Podest in der Apsis befindet sich der Altar. Es wiederholt sich die Architektur des althebräischen Gebetshauses – mit 1 Hauptbereich, 2 Türmen, Bögen und Säulen. Der Altar ist blau, rot und bronzefarben bemalt. Oberhalb des Altars befindet sich das Symbol der Sonne. Das Hauptschiff der Gebetshalle verfügt über ein zylinderartiges Rippengewölbe. Die Galerien verfügen über ein Kreuzgewölbe in blauer Farbe und sind mit bronzenen Hexagrammen verziert. Bemerkenswert sind hier die zwei kristallenen Kronleuchter. Das gesamte Innere der Synagoge wirkt dezent und geräumig. Die Tätigkeit des Gebetshauses wurde im Jahr 1950 aufgrund der massenhaften Abwanderung jüdischer Familien eingestellt. Heute ist die Synagoge ein Denkmal von nationaler Bedeutung für Kunst und Architektur.


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